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Stiftung Landleben in Kirchheilingen ausgezeichnet

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 3. November 2014, Dianan Döll)

Kirchheilingen Es verhält sich mit Dörfern wie mit dem menschlichen Körper: Schlägt das Herz nicht mehr, sterben sie. Dem wirkt die Stiftung Landleben entgegen: Indem alten Häusern und Höfen neues Leben eingehaucht wird, werden die Ortskerne, die Herzen der Dörfer, gestärkt:

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Ellen Thießen (von links) von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" und Sebastian Lechner von der Deutschen Bank übergeben Jürgen Ehrlich und Frank Baumgarten die Urkunde. Foto: Diana Döll

Eine Weg weisende Idee, für die die Stiftung am Donnerstagabend von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" in Kirchheilingen ausgezeichnet wurde. "Tausche Wohnung gegen Bauernhof": Unter diesem Credo setzte die Stiftung Landleben das Projekt "Altersgerechtes Wohnen und Wiederbelebung der Bausubstanz" um.

Stiftung erhält auch Förderung vom Land

Zum einen wird barrierefreier Wohnraum für die ältere Generation geschaffen, zum anderen "wollen wir jungen Leuten, Familien, Lust auf ein Haus machen" erklärt Frank Baumgarten, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Landleben, den Kerngedanken und betont in diesem Zusammenhang: "Der demografische Wandel ist keine Krankheit, sondern eine Herausforderung." Vier Ortschaften gründeten die Stiftung Landleben: Kirchheilingen, Tottleben, Blankenburg und Sundhausen. Drei weitere Ortschaften sollen noch vom Zweck der Stiftung überzeugt werden. In der Planung und Umsetzung der Optimierung des ländlichen Wohnraumes wurden sie bereits mit berücksichtigt. So entstanden binnen eines halben Jahres acht neue Häuser in drei Ortschaften. Das Land unterstützte das Projekt mit 280"000 Euro, das Gros wurde über einen Kredit finanziert. Für ihr Engagement erhielt die Stiftung Landleben schon mehrere Auszeichnungen, unter anderem wurde sie im Januar mit dem ersten Platz im Bundeswettbewerb "Kerniges Dorf" für die Stärkung der Dorfkerne ausgezeichnet. Mit ihrem Projekt "Altersgerechtes Wohnen" bewarb sich die Stiftung bei der Initiative "Deutschland - Land der Ideen". Diese zeichnet jährlich bundesweit 100 Orte aus, die sowohl allgemeine Kriterien wie Zukunftsorientierung oder Innovations- und Umsetzungsstärke erfüllen, als auch den Bezug zum Jahresthema. Während die Initiative sich im vergangenen Jahr dem Thema "Stadt" widmete, beschäftigte sich das Jahresthema 2014 mit "Innovationen querfeldein - ländliche Räume neu gedacht". Thüringenweit wurden vier Projekte ausgezeichnet, zu denen auch das der Stiftung Landleben zählt. Die Urkunde und den Preis übergaben Vertreter der Initiative und der Deutschen Bank, die den von der Initiative ausgerichteten Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" fördert. "Ziel ist es, kleinen, aber feinen Projekten wie diesem durch die Auszeichnung eine Bühne zu geben - beim Aufbau der Netzwerke zu helfen", erklärte Sebastian Lechner, Privatkundenbetreuer bei der Deutschen Bank. Er lobte in seiner Rede: "In Thüringen als rohstoffarmem Bundesland ist der wichtigste Rohstoff hier" - und verweist auf den Kopf. "Und dieser Rohstoff wurde im Rahmen dieses Projekts toll eingesetzt." Auch Ellen Thießen, Pressereferentin bei "Deutschland - Land der Ideen", zeigte sich begeistert: "Das ist ein spannendes Thema und ein angenehmer Kontrast zu den größeren Städten in Thüringen: Erfurt, Weimar, Jena." Beide übergaben die Auszeichnung im Rahmen einer Ideenbörse zur Zukunft der Vereine der Region im "Alten Speicher" Kirchheilingen.

Einsatzbereitschaft und Leidenschaft

Danach folgte ein Vortrag Baumgartens, der die Stiftung Landleben als Partner der Vereine vorstellte und dadurch die Relevanz des Zusammenhalts der Dorfbewohner und der Vereine betonte. "Alle, die hier sitzen, haben irgendwie eine schöne Macke. Ihr seid positiv verrückt" schloss Baumgarten seinen Vortrag. Die Gemeinten verstanden diese Worte durchaus als Kompliment, ehrten sie doch ihre Leidenschaft und ihre Einsatzbereitschaft, mit der sie für einen guten Zweck brennen. Eben diese Leidenschaft als kleinster gemeinsamer Nenner legt den Grundstein für weitere gemeinsame Projekte.