Die nächsten Veranstaltungen in unserer Region

30 Sep
Öbsterfest in Kirchheilingen
30.09.2018 11:00 - 18:00
6 Okt
Weinfest in Tottleben
06.10.2018 17:30

Turnen dient Gesundheit und Gemeinschaft

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 01.09.2018 von Klaus Wuggazer)

Vorschulkinder aus der ganzen Seltenrain-Region treffen sich regelmäßig in Urleben, um sich unter Anleitung zu bewegen. Projekt soll auch ländlichen Raum stärken.

Bewegungsabläufe aller Art trainieren Vorschulkinder aus mehreren Dörfern einmal die Woche in Urleben. Foto: Klaus Wuggazer

Bewegungsabläufe aller Art trainieren Vorschulkinder aus mehreren Dörfern einmal die Woche in Urleben. Foto: Klaus Wuggazer

Urleben. Immer Mittwoch um 16.30 Uhr beginnt es nur so zu wuseln in der Turnhalle von Urleben. Seit dem Frühjahr treffen sich hier regelmäßig Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren für anderthalb Stunden zum Turnen. Sie kommen aus der ganzen Seltenrain-Region. Hier können sie sich nicht nur unter Anleitung austoben und etwas für ihre Gesundheit tun, sie trainieren auch Bewegungsabläufe. Und dem Zusammenwachsen der Dörfer dient das Ganze auch noch.

Das Kinderturnen ist ein weiterer Baustein, um die ländlich geprägten Seltenrain-Orte attraktiv zu gestalten. Christoph Kaufmann von der Kirchheilinger Stiftung Landleben brachte gemeinsam mit Urlebens Bürgermeister Ronald Schmöller das Vorhaben voran.

 

Die Turnhalle der ehemaligen Grundschule in Urleben war für so ein Projekt prädestiniert: Sie ist in Gemeindehand, gerade groß genug und gut verfügbar. Kaufmann startete in den Kindergärten eine Umfrage unter Eltern, ob Interesse an vorschulischem Bewegungstraining bestehe. „Kinder sollen zu Beispiel schon vor der Schule lernen, eine Rolle vorwärts und rückwärts zu machen“, nennt er ein Beispiel. Auch mangele es manchen Kindern an der Bewegungs-Koordination – eine Feststellung, die auch Erzieherinnen immer wieder treffen.

 

Die Resonanz sei groß gewesen: Inzwischen haben 23 Eltern ihr Kind angemeldet. Sie kommen aus Sundhausen, den Heilingen-Dörfern, Blankenburg, Bruchstedt, Tottleben, Klettstedt und Bad Tennstedt. Aus Versicherungsgründen müssen die Kinder Mitglied im Kirchheilinger Sportverein werden. Die Jahresgebühr für das Turnen beträgt 96 Euro, beim zweiten Kind die Hälfte: „Das sind unterm Strich gerade mal zwei Euro pro Woche, lobt Schmöller. Mit Susan Hofmann, Christiane, Ina Wöhnl und weiteren Frauen fanden sich qualifizierte, engagierte Trainerinnen. Auch Turngeräte wurden für den Vorschul-Unterricht angeschafft, etwa Matten und Bänke. Die Gemeinde erneuert in Kürze Fenster und Türen der Halle.

„Es freut uns sehr, dass alles so unkompliziert geklappt hat“, sagen Schmöller und Kaufmann. Für die Eltern, die während des Trainings auf ihre Kinder warten wollen, gibt es vor der Turnhalle sogar freie Internetnutzung.

Das Projekt hat noch eine weiteren Nutzen, wie Christoph Kaufmann sagt: Die Kinder aus den unterschiedlichen Orten lernen sich frühzeitig kennen und üben auch Teamgeist, was dem Zusammenwachsen der Region diene. Denn klar sei: Auf Dauer müssen die Dörfer enger kooperieren. Die gemeinsamen Dorferneuerungspläne sind ein Schritt auf diesem Weg, ebenso das Projekt „Landengel“ das Kaufmann federführend betreut und das Dienstleistungen auf dem Dorf absichern soll.

Er kümmert sich auf vielen Wegen um bessere Kommunikation und Vernetzung der Dörfer. Auch für die Senioren: Einmal im Monat gibt es nun für sie ei­nen „Kaffeeklatsch“-Treff in Kirchheilingen.

Klaus Wuggazer / 01.09.18