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Berichte aus den Dörfern (Kirchheilingen, 05.09.2018)

Ohne Rettungsschwimmer geht es nicht: 16 sind nun ausgebildet

(Beitrag der Thüringer Allgemeinen vom 05.09.2018 von Susann Salzmann)

Kirchheilingen reagiert auf Mangel. Wiegleben will künftig mit der Therme in Bad Langensalza zusammenarbeiten. In Lengenfeld ist man gut aufgestellt.

Leon Westphalen (links) übt an einer Puppe, wie man einen Ertrinkenden rettet. Ausbilder Detlef Mondschein behält das Geschehen im Auge. Foto: Susann Salzmann
Leon Westphalen (links) übt an einer Puppe, wie man einen Ertrinkenden rettet. Ausbilder Detlef Mondschein behält das Geschehen im Auge. Foto: Susann Salzmann

Landkreis. Jan Behner atmet erleichtert auf. Für die nächste Freibadsaison sind die Badegäste in sicheren Händen. Behner ist nicht nur Bürgermeister in der Unstrut-Hainich-Gemeinde Kirchheilingen, sondern auch Schwimmmeister im dortigen Freibad. Das Becken: 50 mal 25 Meter groß. Wassertiefe: bis zu 3,80 Meter. Wer hier auf Badegäste ein wachsames Auge werfen möchte, muss mindestens das Abzeichen des Rettungsschwimmers in Silber vorweisen. Zum jüngsten Rettungsschwimmerlehrgang sind 16 Personen zur Prüfung angetreten. Alle haben sie bestanden.

Problematisch war in Kirchheilingen die personelle Abdeckung der Saison mit Rettungsschwimmern. Zwei gibt es neben Behner noch. Weitere Rettungsschwimmer einstellen – das sei ohne Weiteres nicht machbar. Dies sei mit Kosten verbunden, für den Förderverein nicht aufzubringen seien.

 

16 Teilnehmer haben sich gefunden, die zum dreitägigen Lehrgang angetreten sind. Mindestalter: 15 Jahre. Nelly Fiß aus Großwelsbach hat dieses Mindestalter mit ihren 16 Jahren erfüllt – und bereits einen Erste-Hilfe-Kurs erfolgreich absolviert. Auf einen besonders kniffligen Prüfungsteil hat sie sich schon seit den Sommerferien vorbereitet: das Kleiderschwimmen. Statt mit Badebekleidung geht‘s mit normalen Textilien ins Wasser. Auch das könnte im Alltag eines Rettungsschwimmers vorkommen. „Um mit der Kleidung retten zu können, dafür muss man fit sein“, hakt Detlef Mondschein ein. Er ist Ausbilder bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft Gotha.

 

Erste-Hilfe-Kurs ist Voraussetzung

„Die Ausbildung hat wunderbar geklappt – aber auch nur, weil fast alle Teilnehmer acht Wochen vorher im Bad schon das Schwimmen geübt haben“, so der Ausbilder. Im Sinne der Anforderungen – à la Tieftauchen auf 3,80 Meter, transportieren eines fünf Kilogramm schweren Steins oder 400 Meter Schwimmen in drei Schwimmstilen – sei in Kirchheilingen keiner ins unvorbereitet gewesen.

Auch Leon Westphalen nicht. Der 15-Jährige aus Heroldishausen verbringt im Sommer fast jeden Tag im Freibad. Statt Tageskarten hole er sich lieber gleich die Jahreskarten. Um die Einrichtung zu unterstützen, wolle er seinen Anteil dazu beitragen, dem Bad eine Zukunft zu geben – indem er künftig phasenweise als ehrenamtlicher Rettungsschwimmer ein Kollege an Behners Seite sein wird. Markus Ranzinger (40) aus Neunheilingen steht daneben. Er nickt zustimmend. Ihn trieben dieselben Motive zum Lehrgang.

Auch die anderen Freibäder im Kreis haben mit der Suche nach geeigneten Rettungsschwimmern zu tun. In Wiegleben habe der Verein in dieser Saison vier Teilzeitkräfte beschäftigt, berichtet Michael Rönsch vom Förderverein. Einer der Rettungsschwimmer sei zusammen mit der Therme Bad Langensalza eingestellt worden. Für die Zukunft plane das Freibad Wiegleben eine engere Zusammenarbeit mit der Therme. „Es wäre schön, wenn man das Freibad in den Sommermonaten als Außenstelle der Therme behandeln könnte“, so Rönsch. Dadurch könnten Rettungsschwimmer der Therme wenigstens am Wochenende in Wiegleben aushelfen.

Das Freibad in Lengenfeld unterm Stein werde seit diesem Jahr von einem festen Mitarbeiter der Gemeinde betreut, berichtet Andreas Henning (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Südeichsfeld. „Wir haben einen Bauhofmitarbeiter eingestellt, der sich in den Sommermonaten als Schwimmmeister um das Freibad kümmert.“ Über den Winter habe er alle Lehrgänge dazu bestanden. Dazu kamen auch in diesem Jahr wieder zwei Rettungsschwimmer – Schüler vom Gymnasium, die ausgebildete Rettungsschwimmer sind, so Henning.

Susann Salzmann / 05.09.18