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Stiftung Landleben arbeitet an der Zukunft der Dörfer

(Bericht der Thüringer Allgemeinen vom 3. Mai 2017 von Klaus Wuggazer)

„Landengel“ heißt das jüngste Projekt der Stiftung. Sein Ziel ist auch, die Versorgung mit Dienstleistungen aller Art zu organisieren

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(Foto: Thüringer Allgemeine)

Kirchheilingen. Wenn es nach den Statistikern geht, verlieren die Dörfer im Unstrut-Hainich-Kreis in den kommenden 20 Jahren durch die Bank eine größere Zahl an Einwohnern – manche bis zu einem Drittel. Besonders dramatisch sind die Prognosen auch für Bothenheilingen und Neunheilingen, Kirchheilingen rangiert dagegen mit einem prognostizierten Rückgang von 17,14 Prozent am unteren Ende der Skala (wir berichteten).

Wer sich mit der Zukunft ländlicher Gemeinden befasst, stößt bei Experten aber fast einhellig auf die Aussage, dass das Schicksal der Dörfer nicht unausweichlich ist. Eine wesentliche Rolle spiele, ob und wie stark sich die Einwohner in ihrer Gemeinde engagieren.

So sagte Ulrich Harteisen, Professor für Regionalmanagement an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen: "Die Attraktivität von Dörfern hängt von der Gemeinschaft ab. Die Dorfforschung zeigt, dass Dörfer, in denen sich die Bewohner aktiv um ihre Gemeinde kümmern, sich besser entwickeln." Dörfer könnten mit Projekten dazu beitragen, dass die Lebensqualität im Ort hoch bleibe "und somit zumindest mittel- und langfristig etwas gegen die Schrumpfung tun."

Als Beispiele nennt Harteisen Nachbarschaftshilfe, Dorfläden und die Kultur. Aber "auch im Unstrut-Hainich-Kreis wird es Dörfer geben, in denen die Gemeinschaft kreativ das ‚Weniger‘ gestalten wird und so dazu beiträgt, dass die Lebensqualität hoch bleibt, in anderen Dörfern wird das weniger gelingen."

Die "Stiftung Landleben", die in Kirchheilingen beheimatet ist, hat sich das Ziel, Dörfer attraktiv zu halten, auf die Fahnen geschrieben. Gegründet wurde sie 2011 von den vier Orten Sundhausen, Tottleben, Blankenburg und Kirchheilingen. Sie brachten Immobilien und Liegenschaften als Grundstock ein. Die Mieteinnahmen, Zuschüsse aus Förderprogrammen wie "Leader", Zustiftungen und Spenden sorgen dafür, dass die Stiftung auch Projekte finanzieren kann. Was mit altersgerechten Wohnungen in Kirchheilingen begann, hat sich inzwischen auf viele Projekte ausgeweitet – vom Treffpunkt Öbsterstübchen über das Kleinbahnmuseum bis hin zu Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt, dem Öbsterfest oder dem Kirmestanz.

Das neueste Projekt der Stiftung heißt "Landengel". Geleitet wird es seit letztem Jahr hauptamtlich von Christopher Kaufmann. Beratung, Mobilität und Betreuung – diese drei Stichworte umreißen das Angebot des eigens gegründeten Vereins. Geboten werden soll Hilfe im Alltag, vom Umgang mit Ämtern und der Pflege bis zu Fahrten, etwa zu Ärzten, zu Einkäufen oder zu kulturellen Veranstaltungen .

"Eine neue Art der Gemeinschaft" solle sich durch das Projekt herausbilden, sagt Kaufmann. Mit einer "Sofastudie" hat er in vielen Gesprächen ergründet, welche Bedürfnisse vor allem ältere Menschen auf dem Land haben. Der "Landengel" soll vieles bündeln, von medizischen und pflegerischen Angeboten bis hin zu Wellness und Ernährung. Er soll individuelle Wünsche entgegen nehmen und Dienstleitungen koordinieren.

Ideal wäre es, dafür einen festen Raum zu haben, in dem Ärzte Sprechstunden abhalten, aber auch Friseure, Physiotherapeuten und ander Dienstleister feste Anwesenheitszeiten haben. Insbesondere für die medizinische Versorgung, etwa auch mit einer Art "Landambulatorium", müssten dafür aber geltende Vorschriften geändert werden, sagte Kaufmann.

Für den Erfolg des "Landengels" sei es nötig, dass sich möglichst viele Menschen mit engagieren – sei es, dass sie Mitglied in dem Verein werden, sei es, dass sie die angebotenen Dienstleistungen nutzen oder sich auch einbringen, etwa in Form von Nachbarschaftshilfe.

Die technischen Rahmenbedingungen – etwa geeignete Räume – könnten über das Dorferneuerungsprogramm geschaffen werden, in das Kirchheilingen zusammen mit Blankenburg, Bruchstedt, Urleben, Tottleben, Sundhausen und Klettstedt als "Dorfregion Seltenrain" ab 2018 aufgenommen werden will.

"Was wir vorhaben, ist einzigartig in Thüringen", sagt Kaufmann, der hofft, dass es gelingt, die Bürger zu aktivem Mittun zu bewegen. "Wir denken voraus und versuchen, die Zukunft der Dörfer aktiv zu gestalten", pflichtet ihm Frank Baumgarten vom Stiftungs-Vorstand bei. Auch das stärkere Zusammenwachsen der Orte und ihrer Menschen spiele dabei eine wichtige Rolle.

Klaus Wuggazer / 03.05.17
 

Projekt "Landengel"

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